Am 20. April ist es endlich soweit. Der Zimmermann hat seine Arbeit fertiggestellt und wir können endlich Richtfest feiern.
Wir wollen früh in Düsseldorf losfahren, weil wir ja noch den Anhänger in Wöllstein abholen und die Party vorbereiten müssen. Da wir die gekühlten Sachen aber erst morgens ins Auto räumen können, wird’s dann doch 10 Uhr bis wir loskommen. Um kurz nach 12 sind wir in Stromberg. Wir hatten eigentlich mindestens drei Zimmerleute auf dem Dach erwartet, aber es war niemand da. Nunja, wahrscheinlich Mittagspause. Später stellte sich aber heraus, daß der Zimmermann am Vormittag schon fertiggeworden war. Er hatte allerdings einen Sparren zu wenig und war losgefahren, um den noch zu holen.

Wir laden erst mal das Auto aus. Li bleibt an der Baustelle, schafft die Sachen ins Erdgeschoss und bereitet vor, was möglich ist. Wolfgang, unser Studienkollege aus Darmstadt, hat sich zum Helfen angekündigt. Er hat sich in Schindeldorf ein Zimmer für die Nacht gemietet. Ich fahre nach Wöllstein um den Anhänger abzuholen. Auf der Rückfahrt nach Stromberg kommt Gernot mit, so daß wir nun genügend helfende Hände für die Vorbereitungen haben. Bei dem strahlenden Sonnenschein ist das Entladen des Anhängers allerdings eine schweißtreibende Angelegenheit. Schade nur, daß ich selbst nicht helfen kann, denn ich muß zum 12 km entfernten Campingplatz in Spabrücken, um den Wohnwagen für die Nacht klarzumachen. Wir rechnen mit später Ankunft und damit, daß wir dann nur noch ins Bett fallen wollen.
Ich schaffe es nicht ganz, bis um 15:00 Uhr zurück zu sein und rechne damit, daß die Zeremonie ohne mich stattfindet. So schnell sind die Beteiligten dann aber doch nicht. Erste Gäste haben sich eingefunden, Verwandte und Nachbarn. Sie unterhalten sich bereits rege und die Stimmung ist gut.
Nach und nach kommen weitere Gäste dazu und auch der Architekt, der Bauzeichner und der Polier von der Baufirma sind dabei. Dann kommen auch noch der Elektriker mit zwei seiner Handwerker und der Heizungsbauer dazu. Auch der Zimmermann ist nun mit seinem letzten Sparren wieder am Platz und weil nun sein Gehilfe nicht mehr da ist, darf ich ihm helfen, diesen Sparren auf’s Dach zu hieven. Ein Sparren mit zwei Leuten, das geht, aber den gesamten Dachstuhl von Hand hochschaffen, nein, nicht mit mir. Ich denke aber, daß die am Vormittag einen Kran benutzt haben.
Dann ist es endlich soweit, der Zimmermann, Herr Klippel, steht auf dem First und spricht zu seinem Publikum.

Geschafft von den Vorbereitungen sind wir leider beide nicht in der Lage eine angemessene Dankesrede zu halten. So ziehen wir uns dann alle ins Haus zurück und lassen die Feier weitergehen.
Wir können uns gut mit den zukünftigen Nachbarn unterhalten, die sich untereinander schon kennen, obwohl einige auch erst kürzlich hierhergezogen sind. Nur zwei oder drei wohnen schon seit fast 20 Jahren hier, die meisten anderen erst seit zwei Jahren oder weniger. Es scheint eine gute Mischung zu sein, es sind Leute um die 30, die kleine Kinder haben und Leute bis 80, deren Kinder schon lange aus dem Haus sind.
Die Feier zieht sich, da auch am Abend noch Gäste kommen, die tagsüber arbeiten mußten. So wird es dann 11 Uhr nachts, bis wir am Campingplatz ankommen. Aufgeräumt wird morgen.
Wir sind überzeugt, daß es eine schöne Feier war, auch wenn am Schluß das Bier alle war. Die letzten Gäste mußten dann statt leckerem Düsseldorfer Alt den Sekt der Wöllsteiner Winzergenossenschaft trinken. Naja, das geht im Notfall auch.